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Anmeldung ohne festen Wohnsitz beim Bürgerservice

Auch in einem wohlhabenden Land wie Deutschland gibt es Menschen, die aus dem Raster fallen. Trotz des bestehenden Sozialsystems leben zahlreiche Menschen ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Dem steht die allgemeine Meldepflicht gegenüber, die hierzulande gilt. Wer obdachlos ist, muss ums tägliche Überleben kämpfen und konzentriert sich typischerweise auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse. Bürokratische Belange rücken daher in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz kann die Frage aufkommen, ob man sich ohne festen Wohnsitz beim Bürgerservice anmelden kann beziehungsweise muss.

Die Meldepflicht in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland sorgt das Bundesmeldegesetz für eine allgemeine Meldepflicht. Daher muss man bei einem Umzug eine Anmeldung am neuen Wohnort vornehmen. Zuständig ist das Einwohnermeldeamt, wobei die Bürgerämter die Meldeangelegenheiten übernehmen. Somit erledigt man An-, Ab- und Ummeldungen beim Bürgerservice.

Dass man sich innerhalb von zwei Wochen nach einem Umzug an der neuen Adresse anmelden muss, steht außer Frage. Aber auch in Bezug auf die Abmeldung gibt es konkrete Pflichten. Man darf in keiner Wohnung gemeldet sein, in der man nicht wohnt. Menschen, die beispielsweise auswandern, müssen sich somit aus Deutschland abmelden. Dass das auch für Menschen gilt, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, ist vielen Menschen zunächst nicht bewusst.

Die Abmeldung wegen Obdachlosigkeit

Wer innerhalb einer Kommune umzieht, muss sich beim Einwohnermeldeamt ummelden. Bei einem Umzug in eine andere Stadt ist eine Anmeldung am neuen Wohnort erforderlich, während eine Abmeldung in der alten Kommune nicht vorgenommen werden muss. Eine Abmeldung ist dahingegen Pflicht, wenn man einerseits aus einer Wohnung auszieht und andererseits keinen neuen Wohnsitz im Inland begründet. Die meisten Menschen denken dabei an eine Auswanderung und vergessen, dass auch eine Obdachlosigkeit eine solche Abmeldung erfordert.

Keine Anmeldung ohne festen Wohnsitz

Trotz bestehender Meldepflicht können sich Menschen ohne festen Wohnsitz nicht beim Bürgerservice anmelden. Dazu brauchen sie Wohnraum, der ihnen zur Verfügung steht und von ihnen zu Wohnzwecken genutzt wird. Bei Obdachlosen ist das nicht der Fall, sodass sie sich nicht beim Bürgerservice anmelden können. Ohne festen Wohnsitz ist das Leben in Deutschland äußerst beschwerlich. Daher tut man gut daran, sich zumindest um eine Meldeadresse zu bemühen. Zunächst sollte man sich im Bürgerbüro aber als Person ohne festen Wohnsitz registrieren.

Checkliste: So kommt man an eine Meldeadresse

Der Bezug von Sozialleistungen, die Eröffnung eines Bankkontos, die Aufnahme einer Arbeit und viele andere Dinge erfordern eine Meldeadresse. Als Obdachloser ohne festen Wohnsitz kann man damit allerdings nicht dienen und hat es daher vielfach schwer. Die folgende Checkliste zeigt auf, wie man doch an eine Meldeadresse kommt und sein Leben in geregeltere Bahnen lenken kann:

  • Beratung der Wohnungslosenhilfe in Anspruch nehmen
  • Registrierung als Person ohne festen Wohnsitz
  • karikative Einrichtungen und Verbände kontaktieren, die als Meldeadressen fungieren können

So hat man zwar noch keine Wohnung, aber alles weitestgehend geregelt. Durch die Angabe einer sozialen Organisation als Meldeadresse hat man einerseits eine zentrale Anlaufstelle und kann andererseits beispielsweise seine Post erhalten. Insbesondere im Umgang mit den Behörden ist das wichtig.

5 Tipps für Menschen ohne festen Wohnsitz in Bezug auf die Meldepflicht

Der Verlust der eigenen Wohnung sorgt oftmals dafür, dass das ganze Leben aus den Fugen gerät. Darüber hinaus gibt es noch die Meldepflicht, sodass auch Probleme mit den Behörden entstehen können. Obdachlose befinden sich in einer schwierigen Lebenssituation und können daher unter anderem die folgenden Tipps gut gebrauchen:

  • Wenden Sie sich an soziale Einrichtungen und nehmen Sie die Obdachlosenhilfe in Anspruch!
  • Registrieren Sie sich als Person ohne festen Wohnsitz beim Bürgerservice!
  • Erkundigen Sie sich nach Möglichkeiten für eine Postadresse für Obdachlose!
  • Nehmen Sie Abstand von einer Scheinanmeldung!
  • Bedenken Sie, dass eine Meldeadresse keine zwingende Voraussetzung für die Arbeitsaufnahme ist!

FAQs

Wo erhalten Menschen ohne festen Wohnsitz eine Meldeadresse?

Menschen ohne festen Wohnsitz haben verschiedene Möglichkeiten, eine Meldeadresse zu erhalten. Sie können sich bei Obdachloseneinrichtungen, Wohnungslosenheimen oder sozialen Einrichtungen für Menschen in Not melden. Dort wird oft die Nutzung einer Meldeadresse ermöglicht. Eine alternative Option ist die Nutzung einer Briefkastenadresse bei einem Postdienstleister oder einer gemeinnützigen Organisation. Diese Adresse kann für behördliche Angelegenheiten genutzt werden. Es wird empfohlen, lokale Hilfsorganisationen oder Sozialämter zu kontaktieren, um Informationen und Unterstützung bei der Beschaffung einer Meldeadresse zu erhalten.

Wann muss man sich im Bürgerbüro abmelden?

Es besteht eine Meldepflicht, wenn man umzieht oder seinen Wohnsitz aufgibt. Die Abmeldung beim Bürgerbüro oder Einwohnermeldeamt sollte spätestens eine Woche vor dem tatsächlichen Auszug erfolgen. Es ist wichtig, den Wohnsitzwechsel rechtzeitig zu melden, da dies Auswirkungen auf verschiedene Bereiche wie Steuern, Versicherungen und Behördengänge haben kann. Bei einer verspäteten oder fehlenden Abmeldung können Bußgelder verhängt werden. Um sicherzustellen, dass man sich korrekt im Bürgerbüro abmeldet, ist es ratsam, frühzeitig Informationen über die genauen Fristen und Vorgehensweisen in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde einzuholen.

Wie kann man sich als Person ohne festen Wohnsitz registrieren?

Als Person ohne festen Wohnsitz kann man sich beim zuständigen Einwohnermeldeamt als „Person ohne festen Wohnsitz“ registrieren lassen. Dafür ist es erforderlich, eine Erklärung über den fehlenden Wohnsitz abzugeben und eine Bescheinigung zu besitzen, die bestätigt, dass man tatsächlich keine feste Unterkunft hat. Diese Bescheinigung kann beispielsweise von einer sozialen Einrichtung oder einem Obdachlosenheim ausgestellt werden. Die Registrierung ermöglicht es, eine Meldeadresse für amtliche Zwecke zu nutzen und Leistungen in Anspruch zu nehmen, die eine Meldeadresse voraussetzen.