Ämter informieren

📖 Lesezeit: 7 Min · 📅 17. Juni 2026
Wer einen Behördengang plant, steht oft vor der Frage, welches Amt überhaupt zuständig ist. Dieser Themenbereich ordnet die wichtigsten Ämter ein und führt Sie direkt zur passenden Übersichtsseite.
In Deutschland gibt es für nahezu jedes Anliegen eine eigene Behörde – vom Einwohnermeldeamt für die Ummeldung über das Finanzamt für die Steuererklärung bis zum Standesamt für Geburts- und Heiratsurkunden. Die Zuständigkeiten sind klar verteilt, aber für Außenstehende nicht immer leicht zu durchschauen.
Diese Seite verschafft Ihnen einen Überblick: Sie erfahren, welches Amt für welches Thema verantwortlich ist, und gelangen über die Themenliste direkt zur jeweiligen Detailseite. Dort finden Sie die typischen Aufgaben des Amtes und Hinweise dazu, wie Sie Ihr örtliches Amt erreichen.
Inhaltsverzeichnis
Wie die Ämter in Deutschland organisiert sind
Die meisten Ämter sind kommunal organisiert, also bei Ihrer Stadt, Ihrem Landkreis oder Ihrer Gemeinde angesiedelt. Dazu zählen etwa das Einwohnermeldeamt, das Standesamt, das Jugendamt oder die Kfz-Zulassungsstelle. Zuständig ist in der Regel die Behörde an Ihrem Wohnort.
Andere Ämter gehören zum Bund oder zu einer bundesweiten Organisation. Die Agentur für Arbeit mit Arbeitsamt und Familienkasse sowie die Jobcenter arbeiten nach bundeseinheitlichen Regeln, auch wenn sie eine örtliche Geschäftsstelle haben. Das Finanzamt wiederum ist eine Landesbehörde und nach Ihrem Wohnsitz zuständig.
Für einen konkreten Behördengang gilt fast immer: Maßgeblich ist das Amt, das für Ihren Wohnort zuständig ist. Wo genau sich Ihr örtliches Amt befindet, finden Sie über die Website Ihrer Stadt oder über das jeweilige Behördenverzeichnis.
Themen im Überblick
Melde- und Bürgerämter
Wo Sie sich an-, um- und abmelden und Ordnungsangelegenheiten klären.
Justiz und Eigentum
Gerichte und Grundbuch – rund um Recht und Immobilien.
Finanzen, Gesundheit und Rente
Steuern, Gesundheit und Altersvorsorge.
Welches Amt für welches Anliegen?
Die folgende Tabelle ordnet häufige Anliegen dem zuständigen Amt zu. Eine erste Orientierung, bevor Sie sich an Ihr örtliches Amt wenden:
| Anliegen | Zuständiges Amt | Ebene |
|---|---|---|
| Wohnsitz an-, um- oder abmelden | Einwohnermeldeamt | Kommunal |
| Kindergeld beantragen | Familienkasse | Bundesweit |
| Arbeitslos melden | Arbeitsamt | Bundesweit |
| Bürgergeld beantragen | Jobcenter | Bundesweit |
| Steuererklärung abgeben | Finanzamt | Land |
| Auto anmelden | Kfz-Zulassungsstelle | Kommunal |
| Führerschein beantragen | Führerscheinstelle | Kommunal |
| Geburts- oder Heiratsurkunde | Standesamt | Kommunal |
| Erbschein beantragen | Amtsgericht | Land |
Das Bürgeramt: erste Anlaufstelle für viele Anliegen
Das Bürgeramt bündelt die häufigsten Bürgerdienste an einer Stelle. Je nach Stadt heißt es Bürgerbüro, Bürgerservice, Kundenzentrum oder schlicht Einwohnermeldeamt – gemeint ist dieselbe Anlaufstelle. Hier erledigen Sie unter anderem:
- An-, Um- und Abmeldung des Wohnsitzes
- Antrag und Abholung von Personalausweis und Reisepass
- Meldebescheinigung und einfaches Führungszeugnis
- Beglaubigungen, Bewohnerparkausweis und Anwohnerangelegenheiten
In kleineren Gemeinden übernimmt die Hauptverwaltung diese Aufgaben, in Großstädten gibt es mehrere Standorte. Für Anliegen rund um Auto, Steuern oder Soziales sind dagegen eigene Ämter zuständig – siehe Tabelle oben.
Termin und Öffnungszeiten: so vermeiden Sie Wartezeit
Größere Bürgerämter arbeiten überwiegend mit Terminvergabe. Buchen Sie online über die Website Ihrer Stadt, oft Wochen im Voraus, da die Termine schnell vergeben sind. Ohne Termin ist ein Besuch in vielen Städten nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. In kleineren Kommunen reichen die offenen Sprechzeiten meist aus.
Prüfen Sie vor dem Termin, welche Unterlagen Sie mitbringen müssen. Für die Wohnsitz-Anmeldung sind das in der Regel der Personalausweis oder Reisepass aller anzumeldenden Personen und die Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters. Wer ein Ausweisdokument beantragt, bringt ein biometrisches Passfoto mit.
Wichtige Fristen, Kosten und Eckdaten 2026
Die folgenden Werte gelten bundesweit. Gebühren für Bescheinigungen sind teilweise Ländersache und können vor Ort leicht abweichen.
| Vorgang | Frist / Kosten 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Wohnsitz anmelden / ummelden | innerhalb von 2 Wochen nach Einzug | § 17 Bundesmeldegesetz |
| Gebühr für die Anmeldung selbst | kostenfrei | nur Bescheinigungen kosten |
| Bußgeld bei verspäteter Anmeldung | bis zu 1.000 € | § 54 BMG, Praxis variiert |
| Personalausweis (ab 24 Jahre) | 37,00 € | seit 7. Februar 2026 |
| Personalausweis (unter 24 Jahre) | 22,80 € | seit 7. Februar 2026 |
| Reisepass (ab 24 Jahre, 32 Seiten) | 70,00 € | 10 Jahre gültig |
| Reisepass (unter 24 Jahre, 32 Seiten) | 37,50 € | 6 Jahre gültig |
| Meldebescheinigung (einfach) | ca. 5–15 € | Gebühr je nach Bundesland |
| Führungszeugnis (einfach / erweitert) | 13,00 € | Bundesamt für Justiz |
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich heraus, welches Amt für mich zuständig ist?
Maßgeblich ist in der Regel Ihr Wohnort. Die Themenseiten oben erklären, welches Amt für welches Anliegen verantwortlich ist. Die konkrete Geschäftsstelle finden Sie über die Website Ihrer Stadt oder über das Behördenverzeichnis Ihres Bundeslandes.
Was kostet eine Ummeldung beim Einwohnermeldeamt?
Die An- oder Ummeldung des Wohnsitzes selbst ist bundesweit kostenfrei. Gebühren fallen nur an, wenn Sie zusätzlich eine Meldebescheinigung benötigen – je nach Bundesland etwa 5 bis 15 Euro. Bringen Sie zur Ummeldung Ihren Ausweis und die Wohnungsgeberbestätigung mit.
Was ist der Unterschied zwischen Bürgeramt und Einwohnermeldeamt?
Beide bezeichnen meist dieselbe Stelle. Das Einwohnermeldeamt führt das Melderegister, das Bürgeramt oder Bürgerbüro fasst diese und weitere Bürgerdienste wie Ausweise und Bescheinigungen an einem Schalter zusammen. In welcher Form Ihre Stadt das organisiert, steht auf deren Website.
Muss ich für einen Behördengang einen Termin vereinbaren?
In vielen Ämtern ja, vor allem in größeren Städten. Eine vorherige Online-Terminbuchung über die Website des Amtes spart Wartezeit, kann aber mehrere Wochen Vorlauf erfordern. In kleineren Gemeinden reichen oft die offenen Sprechzeiten. Prüfen Sie vorab, welche Unterlagen Sie mitbringen müssen.
Was macht das Ordnungsamt und wofür ist es zuständig?
Das Ordnungsamt sorgt für öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Kommune. Dazu zählen ruhender Verkehr und Falschparker, Lärmbeschwerden, Gewerbe- und Gaststättenrecht, Tierhaltung, Sondernutzung öffentlicher Flächen sowie die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten. Die genauen Aufgaben legt jede Gemeinde selbst fest.
Was darf das Ordnungsamt nicht?
Das Ordnungsamt darf keine schweren Straftaten verfolgen – das ist Sache der Polizei. Es trägt keine Schusswaffen, darf niemanden vorläufig festnehmen wie die Polizei und darf eine Wohnung nicht ohne richterliche Anordnung oder Ihre Einwilligung durchsuchen. Seine Befugnisse beschränken sich auf das Ordnungs- und Gefahrenabwehrrecht.
Darf das Ordnungsamt mein Grundstück betreten?
Ein privates, eingefriedetes Grundstück darf das Ordnungsamt grundsätzlich nur mit Ihrer Einwilligung oder bei einer konkreten Gefahr betreten. Für das Betreten von Wohnungen gilt der besondere Schutz aus Artikel 13 Grundgesetz; dafür ist in der Regel eine richterliche Anordnung nötig. Frei zugängliche Außenbereiche kann es dagegen kontrollieren.
Sind die Ämter überall in Deutschland gleich aufgebaut?
Die Aufgaben sind bundesweit weitgehend einheitlich, die Organisation kann sich vor Ort aber unterscheiden. In manchen Städten heißt das Einwohnermeldeamt Bürgeramt oder Bürgerbüro, in kleineren Gemeinden bündelt eine Verwaltung mehrere Aufgaben unter einem Dach.
🔗 Offizielle Anlaufstellen:
- Bund.de – Behördenwegweiser und zuständige Stellen finden
- Agentur für Arbeit – Arbeitsamt, Familienkasse und Dienststellensuche
- BundID – bundesweites Nutzerkonto für Online-Anträge bei Ämtern
- Bundesministerium des Innern – Gebühren für Ausweis und Reisepass
- Bundesamt für Justiz – Führungszeugnis beantragen
