Abfall richtig entsorgen: das Entsorgungs-ABC

📖 Lesezeit: 9 Min · 📅 18. Juni 2026
Restmüll, Biotonne, Gelber Sack, Altglas, Wertstoffhof – in Deutschland gibt es für fast jeden Abfall einen eigenen Weg. Wer richtig trennt, spart Gebühren, schützt die Umwelt und vermeidet Bußgelder. Dieses Entsorgungs-ABC zeigt Ihnen von A wie Akku bis V wie Verpackung, was wohin gehört, und erklärt die wichtigsten Tonnen und Sammelstellen.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Haushaltsabfälle werden in Deutschland in vier Haupttonnen getrennt: Restmüll (schwarz/grau), Bioabfall (braun/grün), Verpackungen (Gelber Sack/Gelbe Tonne) und Altpapier (blau).
- Altglas, Schadstoffe, Elektrogeräte, Batterien und Sperrmüll gehören nicht in die Haustonnen, sondern zum Container, auf den Wertstoffhof oder zur Schadstoffsammlung.
- Für viele Produkte gilt eine gesetzliche Rücknahmepflicht im Handel – etwa für Batterien, Altgeräte und Pfandflaschen.
- Die konkrete Tonnenfarbe, Abfuhrtermine und Gebühren legt Ihre Kommune fest und unterscheiden sich regional.
- Richtige Trennung lohnt sich: Falsch befüllte Tonnen können von der Abfuhr stehen gelassen oder mit Aufschlägen geleert werden.
Die wichtigsten Entsorgungswege im Überblick
Restmülltonne (schwarz/grau). Hier landet alles, was sich nicht verwerten lässt: stark verschmutzte Verpackungen, Hygieneartikel, Asche, Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen, kaputtes Geschirr. Die Restmülltonne ist meist die teuerste Tonne – je weniger Sie hineinwerfen, desto besser trennen Sie.
Biotonne (braun/grün). Für organische Küchen- und Gartenabfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Eierschalen, Laub und Rasenschnitt. Aus dem Bioabfall werden Kompost und Biogas gewonnen.
Plastik gehört nie in die Biotonne – auch nicht als „kompostierbarer“ Biokunststoffbeutel. Solche Beutel verrotten in der Anlage zu langsam und gelten als Störstoff. Nutzen Sie Papiertüten oder Zeitungspapier.
Gelber Sack / Gelbe Tonne. Für Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen: Joghurtbecher, Konservendosen, Tetrapaks, Folien, Plastikflaschen ohne Pfand. Restentleert, aber nicht gespült.
Seit dem Verpackungsgesetz dürfen auch stoffgleiche Nichtverpackungen aus Kunststoff oder Metall (etwa eine kaputte Plastikschüssel oder ein Kochtopf) in vielen Kommunen in die Gelbe Tonne. Prüfen Sie die Regeln Ihres Entsorgers.
Altpapier (blaue Tonne). Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Kartons und Pappe. Beschichtetes Papier, Tapeten, Backpapier und stark verschmutztes Papier gehören dagegen in den Restmüll.
Altglas-Container. Flaschen und Gläser ohne Pfand werden nach Weiß, Grün und Braun getrennt eingeworfen. Blaues oder rotes Glas kommt zum Grünglas. Deckel und Korken vorher entfernen.
Wertstoffhof / Recyclinghof. Annahmestelle der Kommune für größere Mengen und Abfälle, die nicht in die Haustonnen passen: Elektroschrott, Holz, Metall, Grünschnitt, Bauschutt in haushaltsüblichen Mengen. Oft kostenlos für Privathaushalte, manche Fraktionen sind gebührenpflichtig.
Schadstoffsammlung / Schadstoffmobil. Für Gefahrstoffe wie Farben, Lacke, Lösungsmittel, Säuren, Pflanzenschutzmittel oder Altöl. Diese Stoffe dürfen niemals in Tonne oder Abfluss – sie werden gesondert behandelt.
Sperrmüll. Große Gegenstände, die nicht in die Tonne passen – Möbel, Matratzen, Teppiche. Die Abfuhr wird bei der Kommune angemeldet oder zu festen Terminen bereitgestellt.
Handel-Rücknahme. Viele Produkte nimmt der Handel gesetzlich zurück: Pfandflaschen, Batterien und Akkus, Energiesparlampen sowie Elektroaltgeräte (größere Märkte ab einer bestimmten Verkaufsfläche, kleine Geräte oft ohne Neukauf).
Entsorgungs-ABC: Was kommt wohin?
Die folgende Tabelle deckt die häufigsten Haushaltsabfälle ab. Verlinkte Abfallarten führen zu einer ausführlichen Detailseite. Bei kommunal abweichenden Regeln gilt immer die Auskunft Ihres örtlichen Entsorgers.
| Abfallart | Entsorgungsweg | Hinweis |
|---|---|---|
| Akkus / Lithium-Akkus | Handel-Rücknahme, Sammelbox, Wertstoffhof | Brandgefahr – nie in den Hausmüll; Pole abkleben |
| Altglas | Glascontainer | Nach Farbe trennen, ohne Deckel |
| Altkleider | Altkleider-Container, Caritas/DRK, Secondhand | Tragbares spenden, Kaputtes in den Restmüll |
| Altöl | Verkaufsstelle, Schadstoffsammlung | Verkäufer ist zur Rücknahme verpflichtet |
| Asbest | Fachfirma, gesonderte Annahme | Niemals selbst zerkleinern – Gesundheitsgefahr |
| Backpapier | Restmüll | Beschichtet, kein Altpapier |
| Batterien | Sammelbox im Handel, Wertstoffhof | Gesetzliche Rücknahmepflicht, kostenlos |
| Bauschutt | Wertstoffhof, Container, Bauschutt-Deponie | Sauberer Bauschutt getrennt von Mischabfall |
| Bioabfall | Biotonne | Kein Plastik, keine „kompostierbaren“ Beutel |
| CDs / DVDs | Wertstoffhof, Sammelaktion | Nicht ins Altpapier |
| Druckerpatronen | Handel-Rücknahme, Recyclingbox | Viele Hersteller bieten Rücksendung an |
| Elektroschrott | Wertstoffhof, Handel-Rücknahme | Märkte ab 400 m² nehmen Kleingeräte ohne Neukauf |
| Energiesparlampen / LED | Sammelstelle, Handel, Wertstoffhof | Enthalten Quecksilber bzw. Elektronik – nicht in den Hausmüll |
| Farben / Lacke | Schadstoffsammlung; eingetrocknet: Restmüll | Flüssige Reste sind Sondermüll |
| Fahrrad | Wertstoffhof, Sperrmüll, Spende | Funktionsfähig: verschenken oder verkaufen |
| Fenster / Glasscheiben | Wertstoffhof, Bauschutt-Annahme | Kein Behälterglas – nicht in den Container |
| Grünschnitt / Gartenabfall | Biotonne, Wertstoffhof, Kompost | Größere Mengen zur Grünschnitt-Annahme |
| Glas (Behälterglas) | Glascontainer | Nur Flaschen und Konservengläser |
| Glühbirne (klassisch) | Restmüll | Keine Elektronik – im Gegensatz zur Energiesparlampe |
| Hygieneartikel / Windeln | Restmüll | — |
| Kaffeekapseln (Alu) | Gelber Sack oder Hersteller-Rücknahme | Kunststoffkapseln in die Gelbe Tonne |
| Kork | Wertstoffhof, Korken-Sammlung | Nicht in den Glascontainer werfen |
| Kühlschrank | Wertstoffhof, Handel-Rücknahme | Kältemittel – fachgerechte Entsorgung Pflicht |
| Matratze | Sperrmüll, Wertstoffhof | Bei Lieferung oft kostenlose Altmatratzen-Mitnahme |
| Medikamente (abgelaufen) | Restmüll; mancherorts Apotheke | Niemals über Toilette oder Abfluss entsorgen |
| Metall (Töpfe, Schrott) | Wertstoffhof; Kleinteile Gelbe Tonne | Größere Mengen zum Schrott |
| Möbel | Sperrmüll, Wertstoffhof, Spende | Gut erhaltenes verschenken |
| Papier / Pappe | Altpapiertonne (blau) | Kartons flach falten, kein beschichtetes Papier |
| Pfandflaschen | Handel-Rücknahme | Pfand zurück im Geschäft |
| Reifen | Reifenhändler, Werkstatt, Wertstoffhof | Gehören nicht zum Sperrmüll |
| Restmüll (Mischabfall) | Restmülltonne | Nur, was nicht verwertbar ist |
| Sondermüll / Gefahrstoffe | Schadstoffsammlung, Schadstoffmobil | Säuren, Laugen, Chemikalien |
| Speiseöl / Frittierfett | Restmüll (verschlossen) oder Wertstoffhof | Nicht in den Abfluss schütten |
| Sperrmüll | Sperrmüll-Abfuhr, Wertstoffhof | Vorher bei der Kommune anmelden |
| Styropor (Verpackung) | Gelber Sack; größere Mengen Wertstoffhof | Dämm-Styropor (XPS/EPS-Bau) ist Sondermüll |
| Tapeten | Restmüll | Kein Altpapier |
| Tonerkartuschen | Handel-Rücknahme, Hersteller | Oft kostenlose Rücksendung |
| Verpackungen (Kunststoff/Metall) | Gelber Sack / Gelbe Tonne | Restentleert, nicht ineinander stecken |
| Watte / Wattestäbchen | Restmüll | — |
| Zeitungen / Zeitschriften | Altpapiertonne | — |
| Zigarettenkippen | Restmüll | Belasten Boden und Wasser – nie achtlos wegwerfen |
Mülltrennung: die 5 wichtigsten Regeln
- Im Zweifel in den Restmüll. Falsch eingeworfene Wertstoffe können eine ganze Charge unbrauchbar machen. Was Sie nicht sicher zuordnen können, gehört in die Restmülltonne – nicht in Bio oder Gelb.
- Restentleeren, nicht spülen. Verpackungen sollen löffelrein sein. Sauberes Ausspülen verschwendet Wasser; ein paar Reste sind kein Problem.
- Verbundstoffe und Materialien trennen. Den Joghurtbecher vom Aludeckel lösen, Papier-Banderolen von Plastikflaschen entfernen – getrennt erkennt die Sortieranlage die Stoffe besser.
- Kein Plastik in die Biotonne. Auch als „kompostierbar“ gekennzeichnete Beutel sind Störstoffe. Bioabfall in Papiertüte oder Zeitung sammeln.
- Schadstoffe und Akkus gesondert. Batterien, Akkus, Farben, Lacke und Energiesparlampen gehören nie in die Haustonnen, sondern zur Sammelstelle oder Handel-Rücknahme.
Häufig gestellte Fragen
Was darf nicht in den Restmüll?
In den Restmüll gehören keine Wertstoffe und keine Schadstoffe: Verpackungen aus Kunststoff und Metall (Gelber Sack), Papier und Pappe (blaue Tonne), Glas (Container), Bioabfall (Biotonne) sowie Batterien, Elektrogeräte, Energiesparlampen, Farben und Chemikalien. Diese werden separat gesammelt oder zurückgegeben.
Was kommt in die gelbe Tonne?
In die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack kommen Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterial: Joghurtbecher, Plastikflaschen ohne Pfand, Folien, Konservendosen, Getränkekartons und Alu-Schalen. In vielen Kommunen dürfen auch stoffgleiche Nichtverpackungen aus Kunststoff oder Metall hinein.
Was ist Sperrmüll?
Sperrmüll sind sperrige Haushaltsgegenstände, die wegen ihrer Größe nicht in die Restmülltonne passen – etwa Schränke, Sofas, Matratzen, Teppiche oder Lattenroste. Die Abholung melden Sie bei Ihrem kommunalen Entsorger an oder stellen den Sperrmüll zu festgelegten Terminen bereit.
Was gehört nicht zum Sperrmüll?
Nicht zum Sperrmüll zählen Bauschutt, Altreifen, Elektrogeräte, Sondermüll, Autoteile sowie normaler Haus- und Verpackungsmüll. Diese Abfälle nimmt die Sperrmüllabfuhr nicht mit – sie gehören auf den Wertstoffhof, zur Schadstoffsammlung oder in die jeweilige Haustonne.
Was kommt in die Biotonne?
In die Biotonne gehören organische Abfälle: Obst- und Gemüsereste, Schalen, Kaffeesatz mit Filter, Teebeutel, Eierschalen, Brotreste sowie Gartenabfälle wie Laub, Rasenschnitt und Pflanzenteile. Kein Plastik, keine Biokunststoffbeutel, keine Asche und keine Hygieneartikel.
Wie viele Liter hat ein Gelber Sack?
Ein Gelber Sack fasst in der Regel rund 90 bis 100 Liter. Wichtiger als das Volumen ist, dass Sie ihn nicht überfüllen und keine spitzen Gegenstände einwerfen, die ihn aufreißen – sonst bleibt er bei der Abfuhr liegen.
Wohin mit Batterien und Akkus?
Batterien und Akkus gehören nie in den Hausmüll. Geben Sie sie kostenlos in die Sammelboxen im Handel (überall dort, wo Batterien verkauft werden) oder auf dem Wertstoffhof ab. Lithium-Akkus sollten Sie zum Schutz vor Bränden mit Klebeband an den Polen abkleben.
Wie entsorge ich abgelaufene Medikamente?
Abgelaufene Medikamente kommen in den meisten Regionen in den Restmüll, da dieser verbrannt wird – das ist sicher und umweltverträglich. Werfen Sie Tabletten oder Säfte niemals in Toilette oder Abfluss. Manche Apotheken und Schadstoffsammlungen nehmen Altmedikamente zusätzlich freiwillig an.
Amtliche und weiterführende Quellen
Umwelt und Natur
- Abfall richtig entsorgen
- Altkleider entsorgen
- Altöl entsorgen
- Asbest entsorgen
- Batterien entsorgen
- Baumfällung beantragen
- Bauschutt entsorgen
- Biotonne anmelden
- Elektroschrott entsorgen
- Gelber Sack & Gelbe Tonne
- Grünschnitt entsorgen
- Kühlschrank entsorgen
- Matratze entsorgen
- Müll anmelden
- Reifen entsorgen
- Schadstoffmobil
- Sondermüll entsorgen
- Sperrmüll anmelden
- Styropor entsorgen
- Wertstoffhof
- Wespennest entfernen
