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Elektroschrott entsorgen: Wertstoffhof, Handel-Rücknahme & Abholung

Person gibt alte Elektrogeräte am Annahmecontainer eines kommunalen Wertstoffhofs für Elektroschrott ab

Alte Toaster, ausgediente Handys, kaputte Föhne oder ein defekter Fernseher: Elektrogeräte gehören niemals in den Restmüll. Sie enthalten wertvolle Rohstoffe und zugleich Schadstoffe, die fachgerecht behandelt werden müssen. In Deutschland nehmen Wertstoffhöfe, der Handel und Schadstoffmobile Elektroschrott kostenlos zurück. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welcher Entsorgungsweg für welches Gerät passt, was er kostet und worauf Sie vor der Abgabe achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verbot: Elektroaltgeräte dürfen seit Jahren nicht mehr in den Hausmüll. Das durchgestrichene Mülltonnen-Symbol auf dem Gerät bedeutet: getrennt sammeln.
  • Kostenlos: Die Rückgabe ist für private Haushalte grundsätzlich gebührenfrei – sowohl am kommunalen Wertstoffhof als auch im Handel.
  • Handel-Rücknahme: Große Elektromärkte und Lebensmittelhändler mit großer Verkaufsfläche müssen kleine Geräte ohne Neukauf annehmen, große Geräte beim Kauf eines gleichwertigen Neugeräts.
  • Daten löschen: Bei Handys, Laptops und Festplatten vor der Abgabe persönliche Daten sichern und das Gerät zurücksetzen.
  • Batterien und Akkus möglichst vorher entnehmen und getrennt entsorgen – sie sind eine häufige Brandursache in der Verwertung.

Wohin mit Elektroschrott? Die Entsorgungswege

Für Elektroaltgeräte gibt es mehrere gleichwertige, kostenlose Wege. Welcher der beste ist, hängt von Größe und Art des Geräts ab. Die folgende Übersicht ordnet die typischen Optionen ein. Eine breitere Einordnung aller Abfallarten finden Sie auf der Übersichtsseite Abfall richtig entsorgen.

Entsorgungsweg Geeignet für Kosten
Kommunaler Wertstoffhof / Recyclinghof Alle Gerätearten, von der Kabeltrommel bis zur Waschmaschine In der Regel kostenlos für Haushaltsmengen
Handel-Rücknahme (Elektromarkt, großer Supermarkt) Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge ohne Neukauf; große Geräte beim Kauf eines vergleichbaren Neugeräts Kostenlos
Schadstoffmobil Vor allem kleine Geräte und schadstoffhaltige Bauteile; Angebot je nach Kommune Kostenlos
Abholung durch den Entsorger Große Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Herd, Waschmaschine) Häufig kostenlos oder geringe Gebühr – je nach Kommune
Lieferung mit Neugerät Großgeräte: Onlinehändler und Märkte müssen das Altgerät bei Anlieferung mitnehmen Kostenlos (bei Anlieferung des Neugeräts)
Wohltätige Sammlung / Wiederverwendung Noch funktionsfähige Geräte (Repair-Café, Gebrauchtbörse, Sozialkaufhaus) Kostenlos, teils mit kleinem Erlös

Eine praktische Faustregel: Kleingeräte (Rasierer, Ladegerät, altes Handy) geben Sie am schnellsten beim nächsten Elektromarkt ab – dort gibt es Sammelboxen, und Sie müssen nichts kaufen. Großgeräte bringen Sie zum Wertstoffhof oder lassen sie bei Lieferung des Neugeräts mitnehmen.

Was kostet die Entsorgung von Elektroschrott?

Für private Haushalte ist die Entsorgung von Elektroaltgeräten in den meisten Fällen kostenlos. Das gilt für die Abgabe am kommunalen Wertstoffhof, die Rücknahme im Handel und am Schadstoffmobil. Finanziert wird das System über die Herstellerverantwortung – die Kosten sind also bereits im Kaufpreis neuer Geräte enthalten.

Gebühren können aber im Einzelfall anfallen:

  • Abholung von Großgeräten zuhause: 0 bis etwa 40 Euro pro Abholung oder pro Gerät, je nach Kommune und Entsorger.
  • Gewerbliche Mengen oder große Stückzahlen aus einem Haushalt können kostenpflichtig sein – hier lohnt eine vorherige Nachfrage.
  • Private Schrotthändler nehmen manchen Elektroschrott an, zahlen aber meist nur für metallhaltige Großgeräte etwas; für gemischten Elektroschrott gibt es in der Regel kein Geld.

Konkrete Beträge unterscheiden sich von Kommune zu Kommune. Verbindlich sind immer die Gebührensatzung Ihres Abfallwirtschaftsbetriebs und die Auskunft Ihres örtlichen Wertstoffhofs.

Schritt für Schritt: Elektroschrott richtig entsorgen

  1. Gerät einordnen. Prüfen Sie, ob es sich um ein Klein- oder Großgerät handelt und ob es noch funktioniert. Funktionierende Geräte können Sie weitergeben statt entsorgen.
  2. Daten sichern und löschen. Bei Handy, Tablet, Laptop oder externer Festplatte: wichtige Daten sichern, dann das Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen und SIM- sowie Speicherkarten entnehmen.
  3. Batterien und Akkus entnehmen. Lose entnehmbare Batterien und Akkus heraus und getrennt in die Sammelbox geben. Fest verbaute Akkus bleiben im Gerät – weisen Sie an der Annahmestelle gegebenenfalls darauf hin.
  4. Entsorgungsweg wählen. Kleingerät zum Elektromarkt, Großgerät zum Wertstoffhof oder zur Abholung anmelden. Öffnungszeiten und ob eine Voranmeldung nötig ist, vorher prüfen.
  5. Abgeben oder abholen lassen. Geben Sie das Gerät an der ausgewiesenen Sammelstelle ab. Bei der Lieferung eines Neugeräts vereinbaren Sie die Mitnahme des Altgeräts direkt beim Kauf.

Checkliste

  • Gerät trägt das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne – gehört also in die getrennte Sammlung.
  • Persönliche Daten gesichert und Gerät zurückgesetzt.
  • SIM-, Speicherkarten und entnehmbare Akkus/Batterien entfernt.
  • Passenden Entsorgungsweg gewählt (Handel, Wertstoffhof, Schadstoffmobil, Abholung).
  • Öffnungszeiten geprüft bzw. Abholung oder Mitnahme angemeldet.
  • Bei Großgeräten geklärt, ob Kosten anfallen.
  • Noch funktionsfähige Geräte vorab auf Weitergabe oder Reparatur geprüft.

Tipps

  • Reparieren statt wegwerfen. In vielen Städten gibt es Repair-Cafés, in denen ehrenamtliche Helfer kostenlos beim Reparieren unterstützen. Das spart Rohstoffe und Geld.
  • Akkus sind brandgefährlich. Beschädigte Lithium-Akkus können sich entzünden. Lose Akkus deshalb getrennt abgeben und Pole bei Bedarf abkleben.
  • Sammelboxen für Kleingeräte stehen oft direkt im Eingangsbereich großer Elektromärkte – ideal, um Ladekabel, Fernbedienungen oder alte Handys nebenbei loszuwerden.
  • Vorsicht bei der Wertstofftonne. Manche Kommunen bieten eine separate Tonne für kleine Elektrogeräte an. Ob das bei Ihnen gilt, klärt Ihr Abfallkalender.
  • Beim Onlinekauf von Großgeräten die kostenlose Mitnahme des Altgeräts gleich mitbestellen – dazu sind Versandhändler verpflichtet.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann man Elektroschrott entsorgen?

Am einfachsten geben Sie Elektroaltgeräte am kommunalen Wertstoffhof oder im Handel ab. Große Elektromärkte und Supermärkte mit großer Verkaufsfläche nehmen Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge auch ohne Neukauf zurück. Zusätzlich gibt es vielerorts Schadstoffmobile und Sammelaktionen.

Was kostet es, Elektroschrott zu entsorgen?

Für private Haushalte ist die Entsorgung in aller Regel kostenlos – am Wertstoffhof, im Handel und am Schadstoffmobil. Kosten können nur bei der Abholung großer Geräte von zuhause oder bei sehr großen Mengen anfallen, üblicherweise zwischen 0 und rund 40 Euro je nach Kommune.

Wer holt kostenlos Elektroschrott ab?

Beim Kauf eines neuen Großgeräts müssen Händler das alte, gleichwertige Gerät bei der Anlieferung kostenlos mitnehmen. Unabhängig davon bieten viele kommunale Entsorger eine Sperrmüll- oder Großgeräteabholung an, die teils kostenlos, teils gegen eine kleine Gebühr erfolgt. Den genauen Service erfahren Sie bei Ihrem örtlichen Abfallwirtschaftsbetrieb.

Was zählt zu Elektroschrott?

Zum Elektroschrott gehören alle Geräte mit Stecker, Akku oder Batterie – vom Toaster über Lampen, Werkzeuge und Spielzeug mit Elektronik bis zu Kühlschrank, Fernseher und Smartphone. Faustregel: Trägt das Gerät das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne, ist es ein Elektroaltgerät und muss getrennt gesammelt werden.

Wo kann man alte Handys entsorgen?

Alte Handys nehmen Elektromärkte über Sammelboxen kostenlos zurück, ebenso die Wertstoffhöfe. Auch viele gemeinnützige Organisationen und Mobilfunkanbieter sammeln Althandys. Wichtig: Vorher Daten sichern, das Gerät zurücksetzen und SIM- sowie Speicherkarte entnehmen.

Bekommt man für Elektroschrott Geld?

Für gemischten Elektroschrott gibt es in der Regel kein Geld. Lediglich für metallhaltige Großgeräte zahlen manche Schrotthändler einen kleinen Betrag. Funktionierende Geräte oder Smartphones lassen sich dagegen häufig über Ankaufportale oder Gebrauchtbörsen noch verkaufen.

Lohnt sich Gold aus Elektroschrott?

In Elektrogeräten stecken tatsächlich Edelmetalle wie Gold, allerdings in winzigen Mengen pro Gerät. Eine wirtschaftliche Rückgewinnung gelingt nur in großtechnischen Recyclinganlagen, nicht im Privathaushalt. Der Wert für Verbraucher liegt deshalb in der korrekten Sammlung, damit diese Rohstoffe überhaupt zurückgewonnen werden können.

Was passiert mit Elektroschrott auf dem Wertstoffhof?

Am Wertstoffhof werden die Geräte nach Gerätegruppen getrennt gesammelt und an zertifizierte Erstbehandlungsanlagen weitergegeben. Dort werden Schadstoffe wie Quecksilber oder bestimmte Kältemittel sicher entnommen und Wertstoffe wie Metalle, Kunststoffe und Glas für das Recycling aufbereitet.