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Biotonne anmelden: Antrag, Kosten und Ablauf 2026

Frau gibt Gemüsereste in eine braune Biotonne in einer hellen Küche

Wer Küchen- und Gartenabfälle getrennt sammeln will, meldet die Biotonne beim kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb an. Seit der bundesweiten Getrenntsammelpflicht für Bioabfall ist in vielen Kommunen die braune Tonne ohnehin Standard – wir zeigen, wie die Anmeldung läuft, was sie kostet und welche Pflichten gelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Biotonne meldet der Grundstückseigentümer oder eine bevollmächtigte Person beim örtlichen Abfallwirtschaftsbetrieb, Landkreis oder Entsorger an.
  • In den meisten Kommunen besteht eine Anschlusspflicht an die Biotonne – ein Verzicht ist nur mit Eigenkompostierung und nur dort möglich, wo die Satzung das zulässt.
  • Die Kosten richten sich nach Tonnengröße (meist 60–240 Liter) und Leerungsrhythmus und liegen je nach Kommune grob bei 30 bis 90 Euro pro Jahr.
  • Die Anmeldung erfolgt online, per Formular, telefonisch oder schriftlich; die Tonne wird danach binnen einiger Werktage bis Wochen geliefert.
  • In die Biotonne gehören Küchen- und Gartenabfälle – seit Mai 2025 gelten strengere Regeln gegen Fremdstoffe (Plastik) im Bioabfall.

Worum geht es bei der Biotonne?

Die Biotonne (braune Tonne) ist der Sammelbehälter für organische Abfälle aus Haushalten. Aus dem gesammelten Bioabfall werden in Kompostier- und Vergärungsanlagen Kompost und Biogas gewonnen. Die getrennte Erfassung ist in Deutschland gesetzlich verankert: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt vor, dass Bioabfälle getrennt zu sammeln sind, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist.

Zuständig für die Sammlung ist der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger – das ist je nach Region die Stadt, der Landkreis, ein Zweckverband oder ein beauftragtes Entsorgungsunternehmen. Wie genau Anmeldung, Behältergrößen und Gebühren geregelt sind, steht in der Abfallsatzung Ihrer Kommune.

Seit dem 1. Mai 2025 gilt für Bioabfall eine verschärfte Regel: Der Anteil an Fremdstoffen (insbesondere Kunststoffe wie Plastiktüten oder „kompostierbare“ Beutel) darf im Schnitt drei Prozent des Frischgewichts nicht überschreiten. Falsch befüllte Biotonnen werden zunehmend kontrolliert und im Zweifel nicht geleert.

Besteht eine Pflicht zur Biotonne?

In der überwiegenden Zahl der Kommunen gilt eine Anschluss- und Benutzungspflicht: Jedes bewohnte Grundstück muss an die Bioabfallsammlung angeschlossen sein. Eine Befreiung ist meist nur möglich, wenn Sie sämtliche kompostierbaren Abfälle nachweislich und vollständig auf dem eigenen Grundstück kompostieren (Eigenkompostierung) – und auch das nur, wenn die örtliche Satzung diese Ausnahme vorsieht.

Prüfen Sie vor der Anmeldung daher zwei Dinge: ob bei Ihnen überhaupt eine Wahlmöglichkeit besteht und ob für das Grundstück bereits eine Biotonne registriert ist (häufig bei Eigentümerwechsel der Fall).

Wer meldet die Biotonne an?

Wohnsituation Wer ist zuständig?
Eigenheim / eigenes Grundstück Grundstückseigentümer meldet selbst an
Mietwohnung / Mehrfamilienhaus Eigentümer oder Hausverwaltung; Mieter wenden sich an die Verwaltung
Eigentumswohnung (WEG) Verwaltung / Eigentümergemeinschaft
Neubau / Erstbezug Bauherr oder neuer Eigentümer meldet bei Bezug an

Als Mieter haben Sie in der Regel keinen eigenen Anmeldeweg – die Müllgebühren laufen über die Betriebskosten. Fehlt im Haus eine Biotonne, wenden Sie sich an Vermieter oder Hausverwaltung und verweisen auf die Getrenntsammelpflicht.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

  • Name und Anschrift des Grundstücks (Aufstellort der Tonne)
  • Name und Kontaktdaten der zahlungspflichtigen Person (meist Eigentümer)
  • Angabe der gewünschten Behältergröße und des Leerungsrhythmus
  • ggf. die Abfallgebühren- oder Objektnummer (steht auf dem Gebührenbescheid)
  • bei Vertretung: Vollmacht von Eigentümer oder Hausverwaltung
  • SEPA-Lastschriftmandat für die Gebühren (in vielen Kommunen üblich)

Was kostet die Biotonne?

Die Gebühren legt jede Kommune in ihrer Abfallgebührensatzung selbst fest – pauschale Bundeswerte gibt es nicht. Maßgeblich sind Behältervolumen und Leerungshäufigkeit. Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte; die genauen Beträge stehen in Ihrem Gebührenbescheid.

Behältergröße typischer Haushalt Orientierung Jahresgebühr*
60–80 Liter 1–2 Personen ca. 30–55 €
120 Liter 3–4 Personen ca. 45–75 €
240 Liter großer Haushalt / Mehrfamilienhaus ca. 70–120 €

*Stark vereinfachte Spannen je nach Kommune, Leerungsrhythmus (meist 14-tägig) und Gebührenmodell. In manchen Orten ist die Biotonne in der Restmüllgebühr enthalten und damit „kostenlos“.

Schritt für Schritt: Biotonne anmelden

  1. 1. Zuständigen Entsorger ermitteln. Suchen Sie nach „Abfallwirtschaft“ oder „Müllgebühren“ plus Ihrem Landkreis bzw. Ihrer Stadt. Zuständig ist der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger an Ihrem Wohnort.
  2. 2. Anschlussstatus prüfen. Klären Sie, ob für das Grundstück bereits eine Biotonne läuft (Gebührenbescheid prüfen) oder ob eine Anschlusspflicht besteht.
  3. 3. Behältergröße wählen. Orientieren Sie sich an Haushaltsgröße und Garten. Im Zweifel klein starten – Aufstocken ist meist unkompliziert möglich.
  4. 4. Anmeldeweg wählen. Nutzen Sie das Online-Formular, das Abfall-Portal, den telefonischen Kundenservice oder ein schriftliches Antragsformular.
  5. 5. Daten und Mandat angeben. Tragen Sie Aufstellort, Gebührenpflichtigen und – falls gefordert – das SEPA-Mandat ein.
  6. 6. Antrag absenden und Bestätigung aufbewahren. Sie erhalten eine Bestätigung mit Liefertermin und neuer Gebühr.
  7. 7. Tonne entgegennehmen und kennzeichnen. Die Tonne wird angeliefert; oft ist ein Chip oder Barcode für die Leerung bereits angebracht. Notieren Sie sich die Abfuhrtermine (Abfallkalender oder App).

Checkliste

  • ☐ Zuständigen Abfallwirtschaftsbetrieb / Landkreis ermittelt
  • ☐ Anschlusspflicht bzw. Wahlmöglichkeit geklärt
  • ☐ Eigentümer-Status bzw. Vollmacht der Hausverwaltung vorhanden
  • ☐ Behältergröße passend zur Haushaltsgröße gewählt
  • ☐ Gebühren-/Objektnummer und SEPA-Daten bereitgelegt
  • ☐ Antrag online/schriftlich abgesendet
  • ☐ Bestätigung und Liefertermin notiert
  • ☐ Abfuhrtermine in Kalender oder App eingetragen

Musterschreiben: Antrag auf eine Biotonne

Falls Ihre Kommune kein Online-Formular bietet, können Sie diesen Antrag formlos per Brief oder E-Mail stellen:

[Vorname Nachname] [Straße, Hausnummer] [PLZ, Ort] [Datum]

An den Abfallwirtschaftsbetrieb / Landkreis [Name] [Anschrift Entsorger]

Betreff: Anmeldung einer Biotonne für das Grundstück [Adresse]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit melde ich für das oben genannte Grundstück eine Biotonne an. Ich bitte um Bereitstellung eines Behälters mit einem Volumen von [60 / 120 / 240] Litern bei [14-tägiger] Leerung.

Aufstellort: [Adresse / ggf. Standplatz] Gebührenpflichtige Person: [Name, Anschrift] Gebühren-/Objektnummer (falls bekannt): [Nummer]

Bitte teilen Sie mir den Liefertermin sowie die anfallenden Gebühren mit. Ein ausgefülltes SEPA-Lastschriftmandat lege ich [bei / auf Anforderung nach].

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift / Name]

Tipps

  • Maden und Gerüche vermeiden: Wickeln Sie feuchte Küchenabfälle in Zeitungspapier oder zugelassene Papiertüten, stellen Sie die Tonne in den Schatten und schließen Sie den Deckel immer fest.
  • Richtig befüllen: Keine Plastiktüten – auch keine als „kompostierbar“ beworbenen Bioplastikbeutel, da diese in den Anlagen nicht zuverlässig abgebaut werden und als Fremdstoff gelten.
  • Größe später anpassen: Reicht die Tonne im Sommer (Gartenabfälle) nicht, können Sie auf eine größere wechseln oder eine zweite anmelden – ein kurzer Anruf genügt meist.
  • Abfuhrtermine per App: Viele Entsorger bieten kostenlose Abfall-Apps mit Erinnerungsfunktion an – so verpassen Sie keine Leerung.
  • Bei Eigentümerwechsel ummelden: Übernehmen Sie ein Haus, melden Sie die Gebühren auf Ihren Namen um, statt eine neue Tonne zu bestellen.

Häufig gestellte Fragen

Was darf in die Biotonne?

In die Biotonne gehören Obst- und Gemüsereste, Schalen, Kaffee- und Teesatz, Eierschalen, verdorbene Lebensmittel ohne Verpackung sowie Gartenabfälle wie Laub, Rasenschnitt, Strauchschnitt und Blumen. Auch kleine Mengen Küchenpapier sind in den meisten Kommunen erlaubt.

Was darf nicht in die Biotonne?

Nicht hinein gehören Plastik- und „kompostierbare“ Biokunststoff-Tüten, Glas, Metall, Windeln, Asche, behandeltes Holz, Tierstreu mit Klumpen sowie verpackte Lebensmittel. Fremdstoffe gefährden die Kompostqualität und können dazu führen, dass die Tonne nicht geleert wird.

Darf Zeitungspapier in die Biotonne?

Ja, Zeitungspapier ist in nahezu allen Kommunen erlaubt und sogar empfehlenswert: Es bindet Feuchtigkeit, beugt Maden und Gerüchen vor und lässt sich gut zum Einwickeln feuchter Küchenabfälle nutzen. Vermeiden Sie nur Hochglanz- und beschichtete Papiere.

Dürfen Papiertüten in die Biotonne?

Unbeschichtete Papiertüten dürfen in die Biotonne und eignen sich gut zum Sammeln von Küchenabfällen. Achten Sie darauf, dass die Tüten nicht innen mit Kunststoff beschichtet sind – beschichtete oder als „kompostierbar“ deklarierte Plastikbeutel sind nicht zulässig.

Was hilft gegen Maden in der Biotonne?

Wickeln Sie feuchte Abfälle in Zeitungspapier, lassen Sie die Tonne im Schatten stehen und halten Sie den Deckel geschlossen. Eine Schicht Gartenerde, Gesteinsmehl oder etwas Kalk bindet Feuchtigkeit. Bei Befall hilft es, die Tonne nach der Leerung mit Essigwasser auszuspülen und gut trocknen zu lassen.

Wie wird die Biotonne gereinigt – wohin mit dem Wasser?

Reinigen Sie die Tonne mit wenig Wasser und ohne aggressive Chemie. Das Reinigungswasser gehört nicht ins Regenwasser oder in den Gully, sondern in die Toilette bzw. das Schmutzwasser. Schonender ist eine Trockenreinigung: Zeitungspapier auslegen, ausbürsten, sonnen lassen.

Ist die Biotonne Pflicht?

In den meisten Kommunen ja: Es gilt eine Anschluss- und Benutzungspflicht für jedes bewohnte Grundstück. Eine Befreiung ist nur möglich, wenn Sie alle Bioabfälle vollständig selbst kompostieren und die örtliche Satzung diese Ausnahme zulässt. Die konkrete Regelung steht in der Abfallsatzung.

Wie lange dauert es, bis die Biotonne geliefert wird?

Nach der Anmeldung dauert die Lieferung je nach Entsorger meist wenige Werktage bis einige Wochen. Den genauen Termin teilt Ihnen der Abfallwirtschaftsbetrieb mit der Bestätigung mit. Eine Mietwohnung erhält die Tonne in der Regel über die Hausverwaltung.